Die 12 häufigsten Fehler, die Eltern beim Schwimmenlernen machen

Da ich ja meinen Kindern selber das Schwimmen beigebracht habe, kannst du mir glauben, wenn ich sage: Schwimmenlernen ist keine Raketenwissenschaft! Vor allem dann nicht, wenn du darauf achtest, folgende Fehler zu vermeiden:

1. Schwimmhilfen

Schwimm- bzw. Auftriebshilfen helfen Kindern dabei auf der Oberfläche zu schwimmen und es gibt zahlreiche Anwendungsfälle in denen ihr Einsatz berechtigt ist. Wenn es allerdings ans Schwimmenlernen geht, solltest du darauf achten, dass dein Kind keine Auftriebshilfe trägt. Nur so hat es die Chance sich voll und ganz auf das Element Wasser einzustellen und versteht besser, wie sein Körper reagiert. Einen ausführlichen Beitrag zum Thema Schwimmhilfen findest du auf meinem Blog.

2. Köpfchen (nicht) in das Wasser

Ich weiß, für viele Kinder ist es eine Herausforderung – aber ihr solltet wirklich darauf achten, dass euer Kind Wasser im Gesicht und in den Haaren toleriert. Mit dem Kopf unter Wasser schwimmt es sich nicht nur energiesparender. Auch ist es ein nicht zu vernachlässigender Sicherheitsaspekt: Hat Dein Kind Angst davor, den Kopf unter Wasser zu stecken, gerät es im Ernstfall – also beim unerwarteten Sturz ins Wasser schneller in Panik. Der DLRG ist die Fähigkeit den Kopf unter Wasser tauchen zu können übrigens auch sehr wichtig! Seit 2020 ist das Ausatmen ins Wasser offizielle Prüfungsleistung beim Seepferdchens.

3. Verantwortung abgeben

Du hast in der Grundschule schwimmen gelernt? Passiert heute leider immer seltener. Dann schickst du dein Kind eben in einen privaten Schwimmkurs? Dort sind die Wartelisten lang und – dank Corona – werden sie täglich länger. 2019 war die durchschnittliche Wartezeit noch bei zwei Monaten. Das hat sich aber mittlerweile deutlich geändert und einige Schwimmschulen sprechen schon von über einem Jahr. Du musst selber die Verantwortung übernehmen und dich darum kümmern, dass dein Kind schwimmen lernt.

4. Druck ausüben

Gerade mit kleinen Kindern ist der Schwimmbadbesuch häufig  mühsam. Umso größer ist der Frust dann, wenn scheinbar gar nichts klappt und dein Kind nur macht, was es will. Aber jeder Schwimmbadbesuch zählt! Sobald dein Kind im Wasser ist, lernt es etwas. Es versteht besser, wie sein Körper auf Wasser reagiert und entwickelt ein Gefühl für’s Wasser. Und wahrscheinlich beobachtet es auch noch andere Kinder oder Erwachsene und sieht, was es für Möglichkeiten gibt. Daher kannst du ganz entspannt an die Sache rangehen. Mein vermeintlich “nutzlosester” Schwimmbadbesuch bestand aus 45 Minuten im Babybecken rumsitzen (mit einem 4-Jährigen). Aber selbst das hat uns weitergebracht. Seitdem hat er nur noch selten Lust auf das Becken, denn er findet es auf einmal ziemlich langweilig.

5. Keine Routine entwickeln

Ich hatte es gerade schon angeschnitten: Schwimmbadbesuche gerade mit jüngeren Kindern können schnell anstrengend werden. Was es einfacher macht ist eine Routine, die du bei jedem Schwimmbadbesuch durchziehst. Ich verspreche dir, irgendwann macht es Klick und die Ausflüge ins Schwimmbad werden deutlich entspannter. Ich hatte ein sehr befriedigendes Erlebnis, als mein Sohn seine Schwester aufgehalten hat als sie ins Wasser wollte. Er hat dann erklärt, dass sie mich erst fragen müssen, bevor sie reingehen.

6. Vergiss nicht den Spaß beim Schwimmenlernen

Kinder lernen am besten, wenn sie dabei auch noch Spaß haben. Und im Schwimmbad findet man meiner Meinung nach die besten Voraussetzungen für Spaß. Beobachte dein Kind, was ihm am meisten Spaß macht und nutze diese Aktivitäten, um ihm die Grundlagen des Schwimmens beizubringen.

7. Keine Konsistenz

 Jeder Schwimmbadbesuch zählt – heißt auch wenn ihr nur einmal im Quartal schwimmen geht oder nur im Urlaub ist das schon besser als nichts. Aber wirklich effektiv und nachhaltig werden eure Schwimmbadbesuche, wenn ihr regelmäßig schwimmen geht. Ich weiß aktuell zu Hochzeiten der Pandemie ist das nicht möglich, aber umso mehr Zeit hast du jetzt dich hinzusetzen und dir zu überlegen, wie du das Thema Schwimmenlernen 2021 angehen wirst sobald die Bäder wieder öffnen. Beantworte für dich dabei folgende Fragen

 

8. Schwimmenlernen ist mehr als Technik

Gehörst du wie ich auch zur Generation Brustschwimmer? Dann war dein erster Gedanke vielleicht auch deinem Kind als erste Schwimmart das Brustschwimmen beizubringen? Warum das nicht (immer) die beste Option ist, erkläre ich ausführlich in einem Beitrag darüber, welcher Schwimmstil für Anfänger der beste ist.. Und noch ein Tipp: Gerade bei jüngeren Kindern dauert es wirklich lange, bis sie die richtige Technik erlernt haben. Gib deinem Kind die notwendige Zeit und vergiss nicht, dass Schwimmenlernen vor allem Spaß machen soll.

9. Wasserkompetenz = Schwimmfähigkeit + Wasserwissen

Egal, ob du deinem Kind das Schwimmen selber beibringst, oder es in einer (Schwimm-)Schule schwimmen lernt: Als Elternteil ist es deine Verantwortung deinem Kind auch ausreichend Wasserwissen mit auf den Weg zu geben. Was meine ich damit? Es ist deine Aufgabe deinem Kind zu erklären, wie es sich am Wasser verhalten muss und diese Regeln auch aktiv nachzuhalten. Und solche Regeln gelten nicht nur für Schwimmbadbesuche, Wasser spielt ja auch an anderen Stellen in unserem Alltag eine Rolle. Beispielsweise ist es wichtig, dass du dein Kind darüber aufklärst, dass es beim Spielen oder Radfahren am Fluß aufpassen muss bzw. einen gewissen Abstand zum Ufer wahren sollte.

10. Die Angst dominieren lassen

Für viele Eltern ein wichtiger Grund aus dem ihre Kinder Schwimmen lernen sollen: Mehr Sicherheit am Wasser und Schutz vor Ertrinken. Auch eine meiner größten Sorgen ist, dass meinen Kindern etwas passiert. Deswegen möchte ich, dass sie so früh wie möglich schwimmen lernen. In der Kommunikation mit meinen Kindern spielt das aber kaum eine Rolle. Für sie ist Schwimmen vor allem Spaß, Familienzeit und die Vorbereitung für viele Abenteuer. Sie wissen, dass es gefährlich werden kann und sie sich deswegen an einige Regeln halten müssen.

 

Zumindest die zwei Großen sind nicht sehr zimperlich im Wasser und ich gebe zu, dass mir regelmäßig das Herz in die Hose rutscht, wenn ich sie so beobachte. Aber ich reiß mich zusammen und breche nicht gleich in Panik aus, wenn sich einer mal verschluckt oder länger unter Wasser bleibt als geplant.  Das vermittelt auch meinen Kindern ein Gefühl von Sicherheit und erlaubt es ihnen sich auszuprobieren. Gerade, wenn du mit deinem Kind anfängst schwimmen zu lernen, solltest Du unbedingt folgendes beachten:

  • Entferne dich nie mehr als eine Armeslänge von deinem Kind und beobachte es permanent
  • Gehe nur an bewachten Badestellen oder im Schwimmbad schwimmen
  • Bringe deinem Kind die wichtigsten Regeln im Umgang mit Wasser bei.

11. Nicht mit deinem Kind sprechen

Uns Eltern ist klar, warum Schwimmenlernen so wichtig ist. Viele vergessen aber, das auch an ihre Kinder weiterzugeben. Dabei hilft es Kindern ungemein, wenn sie unsere Beweggründe verstehen und erleichtert die Kommunikation. Hier ein kleiner Gesprächsleitfaden, wie so ein Gespräch aussehen kann:

  • Eine offene Frage zum Einstieg: Was weißt du denn eigentlich schon über’s schwimmen? Damit bringst du dein Kind erst einmal zum Reden und du selber erfährst schon ganz viel darüber, wieviel Motivation und Unterstützung von deiner Seite überhaupt noch notwendig ist.
  • Frage gezielt weiter, um herauszufinden, was deinem Kind Spaß macht im Umgang mit Wasser oder wovor es vielleicht Angst hat.
  • Zum Abschluss kannst du in einem Satz sagen, warum es dir wichtig ist, dass dein Kind schwimmen lernt. Frage anschließend dein Kind, ob es sich selber auch schon mal überlegt hat, ob Schwimmenlernen wichtig ist und warum.

12. Der allergrößte Fehler beim Schwimmenlernen: Es nicht zu tun

Gerade jetzt in Zeiten der Pandemie gibt es so viele Gründe das Thema Schwimmenlernen auf das Jahr 2022 zu verschieben. Die häufigsten Argumente, die ich höre sind:

  1. Wir haben nur einen Platz auf der Warteliste. Und die ist so lange, das wird dieses Jahr nichts mehr.
  2. Das Ansteckungsrisiko ist mir zu groß, mein Kind soll erst nach der Pandemie schwimmen lernen.

  3. Die Schwimmbäder sind doch geschlossen. Da kann mein Kind doch gar nicht schwimmen lernen.

  4. Mit Home Schooling und Rundum-Betreuung meines Kindes habe ich dieses Jahr so viel mit meinem Kind gemacht. Wir brauchen beide erst einmal eine Pause.

Puh – 2021 ist auch echt heftig. Da stimme ich dir zu. Die Argumente 1 bis 3 kann ich ganz einfach entkräften. Mit meinen online Kursen, bspw. dem Seepferdchenkurs mache ich dich zum Schwimmlehrer deines Kinds. Ich zeige dir welche Grundlagen du schon zuhause mit deinem Kind üben kannst und wie du dann coronakonform deinen ganz privaten Schwimmkurs im Schwimmbad fortsetzt – sobald die Bäder wieder aufmachen. Und das werden sie dieses Jahr! Da bin ich mir sicher. 

Du hast es dir wahrscheinlich schon gedacht: Auch im Hinblick auf den letzten Punkt kann ich dich beruhigen: Dank des Ansatzes den ich verwende (im Fachjargon nennt man das genetisches Lernen) wird sich euer privater Schwimmkurs nicht anfühlen wie Home Schooling oder das Erledigen von Hausaufgaben. Beim genetischen Lernen gibt vielmehr dein Kind das Tempo vor und entscheidet darüber, was als nächstes drankommt. So entstehen keine Konflikte und du wirst ganz schnell Fortschritte beobachten können.

 

Du bist dir nicht sicher, ob du schon bereit bist, deinem Kind das Schwimmen beizubringen? Dann finde es in unter drei Minuten heraus mit diesem Test!

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