Rettungsweste für Kinder

Blickst du auch nicht mehr durch? Schwimmflügel, Halsring, Rettungsweste, Auftriebshilfen – das kann einen ganz schön verwirren. In diesem Artikel erkläre ich dir nochmal genauer, was eine Rettungsweste ist und was sie nicht ist. Ausserdem gebe ich dir einen Überblick darüber, wann du sie brauchst, wie sie sich von anderen Schwimmhilfen unterscheidet und worauf du beim Kauf achten solltest. Gleichzeitig haben wir eine Rettungsweste für Kinder im Urlaub getestet und ich berichte dir von unseren Erfahrungen.

Wann brauchst du eine Rettungsweste für Kinder?

Als Erstes stellt sich die Frage, ob und wann eine Rettungsweste überhaupt notwendig ist. Leider reichen in vielen Fällen Schwimmflügel oder Schwimmbretter nicht und es muss professionelle Ausstattung her. Sobald es mit einem Boot oder Schiff auf das hohe Wasser rausgeht, ist die Rettungsweste für Kinder in den meisten Ländern Pflicht. Auch wenn ihr an steilen Ufern, großen Flüssen oder tiefen Seen angeln geht, kann es Sinn machen, auf eine Rettungsweste zurückzugreifen. Wenn ihr vom Boot aus angelt, ist sie meistens wieder Pflicht.

Was ist der Unterschied zwischen einer Rettungsweste für Kinder und anderen Auftriebshilfen?

Oft höre ich von Eltern: “Aber wir haben doch Schwimmflügel dabei, das wird schon reichen.” Nein, das tun sie leider nicht. Eine Rettungsweste hat gegenüber anderen Auftriebshilfen vor allem einen Vorteil: Sie ist ohnmachtssicher. Das bedeutet, dass sie eine so starke Auftriebskraft besitzt, dass sie dein Kind automatisch in Rückenlage dreht. Auch wenn dein Kind ohnmächtig ins Wasser fallen sollte, wird es mit einer Rettungsweste nicht ertrinken, da durch die Rückenlage der Kopf stets über Wasser bleibt. Im Notfall könnte die Rettungsweste dein Kind tagelang über Wasser halten. Dies gilt vor allem für automatisch aufblasbare Westen. Diese können das Kind von der Bauch- in die Rückenlage drehen und fixieren den Kopf des Kindes mit dem aufgeblasenen Schwimmkörper, so dass die Atemwege nach oben zeigen. Feststoffwesten hingegen fixieren den Kopf nicht.

Was ist der Unterschied zwischen einer Rettungsweste für Kinder und anderen Auftriebshilfen?

Oft höre ich von Eltern: “Aber wir haben doch Schwimmflügel dabei, das wird schon reichen.” Nein, das tun sie leider nicht. Eine Rettungsweste hat gegenüber anderen Auftriebshilfen vor allem einen Vorteil: Sie ist ohnmachtssicher. Das bedeutet, dass sie eine so starke Auftriebskraft besitzt, dass sie dein Kind automatisch in Rückenlage dreht. Auch wenn dein Kind ohnmächtig ins Wasser fallen sollte, wird es mit einer Rettungsweste nicht ertrinken, da durch die Rückenlage der Kopf stets über Wasser bleibt. Im Notfall könnte die Rettungsweste dein Kind tagelang über Wasser halten.
Mit jedem Vorteil kommt natürlich auch mindestens ein Nachteil. Feststoffwesten schränken den Träger deutlich in der Bewegung ein. Das ist bei automatisch aufblasbaren Rettungswesten zwar nicht der Fall. Da diese aber automatisch auslösen, sobald sie mit Wasser in Kontakt kommen, eignen sie sich ebenfalls nicht zum Schwimmenlernen. Da solltest du lieber auf eine andere Auftriebshilfe wie zum Beispiel ein Schwimmbrett oder Schwimmnudel zurückgreifen. Mehr Infos zu den verschiedenen Schwimmhilfen und ihren Einsatzbereiche findest du in einem meiner Blogbeiträge.

Worauf du beim Kauf einer Rettungsweste achten solltest

Wenn ihr einen Ausflug auf einem Boot plant, muss eine Rettungsweste her. Damit du beim Kauf weißt, worauf es ankommt, solltest du auf folgende Kriterien achten:

1. Passform

Die Rettungsweste sollte zum Körperbau und zur Größe deines Kindes passen. Am besten lässt du dich dazu in einem Fachgeschäft beraten, um sicherzustellen, dass die Passform der Rettungsweste  zu deinem Kind passt.

2. Gewicht

Wenn dein Kind die Rettungsweste länger trägt, sollte unnötiges Gewicht vermieden werden. Achte beim Kauf also auf leichte Modelle

3. Einsatzort und -zweck

Es gibt unterschiedliche Rettungswesten für unterschiedliche Einsatzorte und Einsatzzwecke. Nutzt ihr die Weste nur in geschützten Binnengewässern, kann eine Rettungsweste der Auftriebsklasse 100N reichen. Geht es auf hohe See, muss eine Rettungsweste der Klasse 150N oder 275N genutzt werden. Ich verlinke euch auch gerne eine gute Übersicht zu den unterschiedlichen Auftriebs-Klassen.

4. Aufblasbar oder Feststoff

Es gibt zwei Arten von Rettungswesten: Automatisch aufblasbare und Feststoffwesten. Damit du weißt, welche sich am besten für dein Kind eignet, haben wir dir die Unterschiede im nächsten Abschnitt zusammengefasst.

Automatisch aufblasbare Rettungswesten für Kinder im Vergleich zu Feststoffwesten

Wie der Name schon sagt, blasen sich automatisch aufblasbare Rettungswesten beim Kontakt mit Wasser auf. Feststoffwesten sind bereits “aufgeblasen” oder mit auftreibendem Material gefüllt. Dadurch sind sie meistens steifer und schränken Kinder in ihrer Bewegung mehr ein. Beide Varianten der Rettungsweste sind ohnmachtssicher und treiben den Körper so auf, dass kein Ertrinken möglich ist. Das leistet eine normale Schwimmweste nicht!

In anspruchsvollen Gewässern, können Feststoffwesten nicht mehr genug Auftrieb garantieren, daher werden dort immer automatisch aufblasbare Rettungswesten eingesetzt. Der Vorteil an ihnen ist ihr geringes Gewicht und die wenig eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Andererseits ist ein freiwilliges Baden mit einer automatisch aufblasbaren Rettungsweste nicht möglich. Zusätzlich muss sie regelmäßig gewartet werden, während die Feststoffweste einfach brav auf ihren Einsatz wartet. Preislich ist die aufblasbare Rettungsweste für Kinder daher höher als die Feststoffweste. Dennoch: Je gefährlicher und stärker das Gewässer ist, auf dem ihr euch bewegt, solltet ihr auf die aufblasbare Variante gehen.

Die aufblasbare Rettungsweste SECUMAR Junior

Die Rettungsweste, die wir im Urlaub getestet haben, ist die aufblasbare Kinderrettungsweste Junior der Marke SECUMAR. Sie ist eine Rettungsweste der Klasse 150N, also ohnmachtssicher und für alle Gewässer geeignet. Das Tragen wird durch ihre ergonomische Schnittform erleichtert, die die Bewegungsfreiheit minimal eingeschränkt, sodass eure Jüngsten sie auch gerne tragen werden. Sobald die Weste ins Wasser eintaucht, wird die Aufblasvorrichtung ausgelöst. Dazu wandelt sie sich von neutralem Blau in ein leuchtendes Orange und die zusätzlichen Reflexstreifen sorgen auch im Dunkeln für maximale Sichtbarkeit. Die Weste kann, wenn sie einmal ausgelöst hat, wiederverwendet werden. Dazu muss sie richtig zusammengefaltet und mit einer neuen CO2-Patrone ausgestattet werden. Wie das geht, erfahrt ihr in diesem Video.

Unser Test der SECUMAR Junior

Wir haben die Weste mit in den Urlaub genommen und sie bei einer Runde Tretbootfahren auf dem See ausprobiert. Am besten ist, du siehst dir einfach das kurze Video an. Das zeigt schön, wie die Weste funktioniert und v. a. wie lange sie benötigt, um auszulösen.

Der Moment in dem erst einmal nichts passiert war bei unserem Test ganz witzig, weil sowohl mein Sohn als auch ich ziemlich gespannt gewartet haben, was jetzt passiert. Aber das war natürlich der Test-Situation geschuldet. Im Ernstfall sind das natürlich die Schrecksekunden. Für den dauerhaften Einsatz habe ich folgende Empfehlungen:

  • Schau dir mit deinem Kind einmal gemeinsam das Video an. Dann sind alle Beteiligten für den Ernstfall vorbereitet.
  • Stell sicher, dass ihr immer alles dabei habt, um die Weste wieder funktionsfähig zu  machen, wenn sie einmal ausgelöst hat. 
  • Rettungswesten sollten alle 2 Jahre gewartet werden – so bist du im wahrsten Sinne des Wortes auf der sicheren Seite.

Die aufblasbare Weste von SECUMAR ist mit über 200,- EUR nicht günstig. Aus meiner Sicht lohnt sich eine Anschaffung dann, wenn man viel Zeit auf dem Wasser verbringt und für seine Kinder maximalen Bewegungsfreiheit und Spaß möchte.

Noch mehr Wassersicherheit?

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Anmerkung: Für den Produkttest wurde mir ein Vorgänger-Modell der Rettungsweste SECUMAR Junior zu einem reduzierten Preis von der Herstellerfirma zur Verfügung gestellt.

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