Schwimmbrille für Kinder – Vor- und Nachteile

Mädchen mit Schwimmbrille  für Kinder auf den Armen ihres Vaters

Ähnlich wie beim Thema Schwimmhilfen, scheiden sich beim Thema Schwimmbrille für Kinder die Geister. Sind sie hilfreich oder behindern eher die Entwicklung der Schwimmfähigkeit von Kindern. Die einfache Antwort lautet auch hier: Es kommt drauf an! Worauf genau – erklären wir Euch im Folgenden und liefern Euch am Ende noch ganz individuelle Entscheidungshilfe für Eure Familie.

Zunächst einmal ist es wichtig, dass wir alle von der gleichen Sache sprechen: Unter einer Schwimmbrille verstehen wir eine Brille, die lediglich die Augen bedeckt. Nase, Stirn, Mund etc. sind nicht bedeckt. Meist ist die Brille mit einem Gummiband am Kopf befestigt.

Junge mit Taucherbrille und Schnorchel im Freiwasser

Weitere brillenähnliche Ausrüstungen, die Ihr vermutlich kennt sind Taucherbrillen. Auch diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, meistens sind neben den Augen auch die Nase bedeckt (mit einem sog. Nasenerker) und Luft wird ausschließlich durch den Mund (ggf. noch über einen Schnorchel) geholt. Diese Brillen dienen auch dem Druckausgleich. Um diese Art von Brillen soll es im Folgenden erst einmal nicht weiter gehen.

Vorteile einer Schwimmbrille für Kinder

1. Eine Schwimmbrille schützt die Augen 

Wir alle kennen das: Rote Augen nach einem ausgedehnten Schwimmbadbesuch. Vielleicht erinnert Ihr Euch auch noch an Eure ersten Ausflüge ins Schwimmbad und an ein brennendes und stechendes Gefühl in den Augen?

Dafür sind die sog. Chloramine verantwortlich. Diese entstehen, wenn Chlor sich mit Schmutzpartikeln verbindet – übrigens einer der Gründe, aus denen man sich immer vor dem Sprung ins Wasser abduschen sollte! 

Chloramine reizen die Bindehaut und stören den Tränenfilm, der das Auge vor dem Austrocknen schützt. Als Folge werden die Augen rot und brennen empfindlich – und genau davor kann eine Schwimmbrille die Augen schützen. Viele Schwimmbrillen haben mittlerweile sogar einen UV-Filter, der empfindliche Kinderaugen im Freibad zusätzlich vor Sonnen-Strahlung schützt.

2. Eine Schwimmbrille für Kinder verbessert die Sicht und Sicherheit im Wasser

Der Einsatz von Schwimm- und Taucherbrillen kann dabei helfen, rechtzeitig auf Hindernisse aufmerksam zu machen. So wie hier auf zahlreiche Mitschwimmer.

Schwimmbrillen verbessern die Sicht unter Wasser und helfen bei der Orientierung. Auch werden Mitschwimmer oder Hindernisse frühzeitig erkannt. Das ist für den jungen Schwimmanfänger jetzt noch nicht das durchschlagende Argument – für (angehende) Profis jedoch extrem wichtig. Daher ist die Schwimmbrille aus dem Schwimmsport heute nicht mehr wegzudenken und es gibt die unterschiedlichsten und technisch sehr ausgefeilten Varianten, die zum Einsatz kommen.

3. Starke Kurzsichtigkeit

Kind mit einer normalen Brille, die schief auf dem Gesicht sitzt, ohne Schwimmbrille für Kinder

Euer Kind ist stark kurzsichtig? In einem solchen Fall kann es sinnvoll sein auf eine Schwimmbrille mit Sehstärke zurückzugreifen, um Eurem Kind auch ein tolles visuelles Erlebnis unter Wasser zu ermöglichen. In diesem Fall spricht man auch von optischen Schwimmbrillen.

Nachteile einer Schwimmbrille für Kinder

1. Verletzungsgefahr

Ab einer gewissen Tauchtiefe besteht die Gefahr das Auge durch einen relativen Unterdruck zu schädigen (sog. Barotrauma). Daher empfiehlt die DLRG, dass mit Schwimmbrillen nur bis zu 2 Meter tief und maximal 30 Sekunden getaucht werden sollte. Auch können durch den Druck der Brillenränder auf das Auge Lidhämatome entstehen.

2. Gewöhnungseffekt durch eine Schwimmbrille für Kinder

Gewöhnt sich das Kind erst einmal an das Tauchen bzw. Schwimmen mit Schwimmbrille, kann es sehr schwer werden, es wieder von der Brille zu “entwöhnen”. 

3. Sicheres Schwimmen mit Schwimmbrille?

Die DLRG spricht zu Recht davon, dass jeder (gerade Kinder) in der Lage sein muss sich auch ohne Schwimmbrille im Wasser zu orientieren und zu bewegen. Nur dann ist ein sicheres Schwimmen gewährleistet. Also logische Konsequenz:

4. Kein Abzeichen mit Schwimmbrille

Das Schwimmabzeichen Seepferdchen

Die deutschen Schwimmabzeichen dürfen grundsätzlich nur ohne Schwimmbrille absolviert werden – es geht hier schließlich um sicheres Schwimmen und Wasserkompetenz – auch in extremen Situationen. Und in solchen ist eine Schwimmbrille nicht immer zur Hand. Diese und weitere Fragen zu den Schwimmabzeichen beantwortet, die DLRG übrigens auf Ihrer Website.

Empfehlung: Schwimmbrille für Kinder

Versucht zunächst Euer Kind ohne Schwimm- oder Taucherbrille an das Wasser zu gewöhnen. Auch wenn es vielleicht etwas länger dauert, Ihr macht es Euch wirklich einfacher, wenn Ihr später darauf verzichten müsst, es wieder von der Brille zu “entwöhnen”.

Gerade aber wenn Ihr merkt, dass

  • Sich Euer Kind standhaft weigert, die Augen unter Wasser zu öffnen
  • Den Kopf ins Wasser zu stecken
  • Oder jedes Mal aus dem gechlorten Wasser steigt und auch noch Tage nach dem Schwimmen brennende, gerötete Augen hat

dann solltet Ihr über den Einsatz einer Schwimmbrille nachdenken. Beim Kauf einer Schwimmbrille für Kinder solltet Ihr auf folgendes achten:

Junge mit Taucherbrille und Schnorchel als eine Variante für Schwimmbrillen für Kinder
  1. Wählt eine Brille mit elastischer Abstützung auf den Knochen rund um das Auge. Nicht auf dem Augenlid. Letztere werden auch als Schwedenbrille bezeichnet.
  2. Versucht den Einsatz von Taucherbrillen, die auch die Nase bedecken zu vermeiden. Es ist wirklich wichtig, dass Euer Kind lernt durch Nase UND Mund ein- und auszuatmen.

Wie haben wir uns entschieden?

In der Wanne und auch unter der Dusche hat unser Sohn kein Problem mit Wasser in den Augen oder damit, den Kopf unters Wasser zu stecken. Anfangs hat das auch im Schwimmbad gut geklappt – irgendwann hat er sich aber geweigert. Im Urlaub waren wir wirklich jeden Tag im Schwimmbad und er hatte nur noch rote Augen – da haben wir klein beigegeben. Sobald wir dann auf Schwimmbrille umgestellt haben, hat es keine 5 Minuten gedauert und er hat sich von selbst ins Wasser gestürzt und angefangen durch`s Becken zu tauchen. 

Was sagen andere Eltern?

Über unseren Instagram-Account haben wir unsere Follower gefragt, wie sie das Thema handhaben – auch hier ist das Ergebnis relativ ausgewogen: 56% setzen bei Ihren Kindern eine Schwimmbrille ein.

Ihr habt Lust Euch bei der Diskussion um unterschiedliche Themen rund ums Kinderschwimmen zu beteiligen? Dann folgt uns auf Instagram und diskutiert mit uns und anderen Schwimmbegeisterten.

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