Schwimmenlernen im Winter – 6 gute Gründe

Wir befinden uns mitten in der trüben, dunklen und ungemütlichen Jahreszeit. Es scheint, als ginge die Sonne gar nicht auf, wir gehen im Dunklen aus dem Haus und kommen im Dunklen wieder an. Hier und da gibt es einen meterologischen Lichtblick,  aber ansonsten fallen dir aktuell wenig Aktivitäten ein, die ihr gemeinsam unternehmen könnt. Und da rede ich hier was vom Schwimmenlernen im Winter?

Dass dein Kind bald Schwimmenlernen muss, um im nächsten Urlaub sicher im Wasser planschen zu können, verdrängst du schnell. Denn: Es ist schließlich Winter und Schwimmenlernen geht nur im Sommer! Doch stimmt das wirklich?

Nein! Heute stelle ich dir 6 gute Gründe vor, warum Schwimmenlernen im Winter ganz oben auf deiner Liste stehen sollte. 

Vielleicht stehen dir bei dem Gedanken, im Winter schwimmen zu gehen, die Haare zu Berge. Doch glaube mir: Wenn ihr einmal im Schwimmbad seid, wird dir und deinem Kind ganz schnell warm. Ihr verbringt nicht nur einen schönen Nachmittag zusammen, ihr rüstet euch für den nächsten Sommerurlaub, stärkt eure Immunsysteme und gleichzeitig euer Selbstbewusstsein. Welche Vorteile Schwimmenlernen im Winter noch hat, verrate ich dir jetzt

1. Genügend Zeit vor dem Sommerurlaub

Der einleuchtendste Grund, wieso du das Schwimmenlernen in den Winter verlagern solltest: Startet ihr jetzt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dein Kind im Sommer schwimmen kann. Wenn du möchtest, dass ihr im Sommerurlaub entspannt am See liegen und baden gehen könnt, solltet ihr mit dem Schwimmenlernen im Winter anfangen. So habt ihr genügend Zeit zu üben und habt, wenn es mal nicht so rund läuft, genügend Puffer bis zum Sommer.  Nicht vergessen, 60% der tödlichen Badeunfälle im Jahr 2020 fielen auf die drei Sommermonate Juni, Juli und August (Quelle: DLRG). Um dein Kind zu schützen, sollte es bis dahin also schon sicher im Wasser unterwegs sein!

2. Wassersicherheit ist das ganze Jahr relevant

Ich werde nicht müde es zu wiederholen: Wassersicherheit und Wasserkompetenz ist auch im Winter wichtig. Es geht darum, deinem Kind umfassend alles Wichtige rund um das Schwimmen beizubringen. Dazu gehören der sichere Umgang am und mit Wasser, Baderegeln und die Fähigkeiten, sich selbst und andere zu retten, falls es zu einer heiklen Situation kommen sollte. Das sind alles Dinge, die sich auch im Winter üben lassen.

3. Üben, üben, üben lautet die Devise

Wie bei jedem anderen Sport oder jedem anderen Hobby wird dein Kind nur durch Üben besser. Dasselbe gilt beim Schwimmen! Nur im Sommer schwimmen zu gehen reicht nicht. Deswegen solltest du den Winter unbedingt in eure Schwimmplanung miteinbeziehen. Auch wenn dein Kind bereits schwimmen kann: Mit dem ein oder anderen Besuch im Schwimmbad im Winter bleiben sie im Training und verbessern sich weiter.

4. Schwimmenlernen im Winter als Ausdauertraining

In der dunklen, trüben Jahreszeit gibt es wenig Aktivitäten, die man mit seinen Kindern unternehmen kann, um in Bewegung zu bleiben. Oftmals ist das Sofa mit einem Buch oder Spiel die präferierte Option. Doch vergiss nicht: Kinder bewegen sich wie Erwachsene zu wenig. Laut einem Artikel der Zeit sind es 80% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die sich nicht ausreichend aktivieren. Schwimmen ist daher eine super Möglichkeit auch im Winter für Bewegung im Alltag zu sorgen. 

5. Schwimmenlernen beginnt zuhause - egal ob im Winter oder Sommer

Wie du an vielen meiner Inhalte sehen kannst: Du musst nicht immer ins Schwimmbad gehen, um deinem Kind die Grundlagen des Schwimmens zu vermitteln. Ihr könnt zum Beispiel gemeinsam Baderegeln lernen oder die richtige Atmung auch Zuhause üben.

Mehr Informationen und Tipps, wie du deinen Kindern zuhause Schwimmenlernen beibringst, erkläre ich dir in meinem Workshop:

6. Generelle, gesundheitliche Vorteile von Schwimmen

Neben der Tatsache, dass Schwimmenlernen im Winter deinem Kind den respektvollen Umgang mit Wasser lehrt und seine Schwimmfähigkeiten verbessert, die ihm später mal das Leben retten könnten, gibt es noch eine ganze Menge gesundheitlicher Vorteile für dein Kind:

  • Schwimmen trainiert die Ausdauer und Kondition und sorgt dafür, dass Herz und Lunge fit bleiben
  • Schwimmen baut ganz viele verschiedene Muskeln auf und trainiert diese
  • Nach einem Besuch im Schwimmbad sind deine Kinder glücklich, erschöpft und schlafen abends besser ein
  • Mehr Aktivität im Alltag sorgt für mehr Energie; das gilt sowohl für Kinder als auch für Eltern. Je mehr ihr auf der Couch bleibt, desto weniger wollt ihr euch bewegen. Dasselbe gilt andersherum: Je mehr ihr euch bewegt, desto mehr werdet ihr euch bewegen wollen!
  • Schwimmen bildet die Motorik deines Kindes aus
  • Es trainiert die Konzentration, sowohl physisch als auch mental
  • Beim Schwimmen lassen sich schnell Erfolge sehen, was zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein deines Kindes führt

Willst du deinem Kind diese Vorteile vorenthalten, nur weil es draußen ein bisschen ungemütlich ist? 😉

Schwimmenlernen im Winter - darauf solltest du achten

Die gute Vorbereitung ist bereits beim Schwimmenlernen im Sommer wichtig, doch Schwimmenlernen im Winter erfordert noch ein wenig mehr. Meine Tipps, um Erkältungen beim Schwimmenlernen im Winter zu vermeiden sind folgende:

  1. Trocknet euch richtig ab! Nach dem Training will man so schnell wie möglich aus dem Schwimmbad – das ist klar. Aber gerade im Winter ist es wichtig, dabei so wenig Wasser wie möglich mit nach draußen zu nehmen.
  2. Macht eine Schwimmpause, wenn Erkältungsanzeichen auftreten! Symptome wie Antriebslosigkeit, Schlaffheit, Atemwegsprobleme oder sogar Fieber können durch zusätzliche Belastung schlimmer werden.
  3. Stärkt euer Immunsystem! Viel trinken und sich vitaminreich ernähren sind hier das A und O.
  4. Nach dem Training: Haare trocknen und Mütze auf! Das klingt wie ein altbackener Tipp von Mutti, hilft aber gerade Schwimmern, zusätzliche Belastungen für den Körper zu vermeiden.

Schwimmenlernen im Winter sollte nicht durch Argumente wie “zu kalt”, “zu nass” oder “zu ungemütlich” depriorisiert werden. Denkt an das große Ziel: Mit eurem Kind unbesorgt am See oder Meer baden gehen zu können mit der Gewissheit, dass es sich im Notfall zu helfen weiß!

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