Babyschwimmen: Alles rund um den ersten Badespaß

Übersicht

Babyschwimmen ist eine tolle Möglichkeit auch schon die Kleinsten ans Wasser zu gewöhnen und eine wunderbare Zeit mit ihnen zu verbringen. Ich erinnere mich noch gut, wie ich mit meinem ältesten Sohn das erste Mal im Schwimmbad war und überhaupt keine Ahnung hatte, was ich da jetzt machen soll….In diesem Blogbeitrag kläre ich über alle Fragen zu dem Thema auf und gebe dir Tipps für deinen ganz individuellen Babyschwimmkurs auch während Corona.

Was ist Babyschwimmen

Der Begriff ist nicht ganz so glücklich gewählt: Beim Babyschwimmen lernt euer Kind noch nicht wirklich schwimmen. Aber es ist eine erste Gelegenheit, um mit euren Kleinen das Element Wasser zu erleben. Beim Babyschwimmen geht es vor allem darum, 

 

  • die Eltern-Kind Bindung zu fördern 

  • sich gemeinsam zu entspannen

  • dass euer Baby sich und seinen Körper besser kennenlernt

  • und spielerisch und in einem sicheren Umfeld das Element Wasser kennenlernt. 

  • auch Eltern lernen beim Babyschwimmen ihr Kind besser kennen

Babyswimming in a floatie

Warum Babyschwimmen

Es gibt einige Studien, die darauf hinweisen, dass das frühe Erleben von Wasser langfristig positive Effekte auf die Entwicklung von Kindern hat. So hat ein norwegisch/englisches Autoren-Team festgestellt, dass auch noch einige Jahre nach dem eigentlichen Babyschwimmen, diese Kinder koordinativ stärker sind, als Kinder, die nicht beim Babyschwimmen waren (1). Eine andere Studie kam zu dem Ergebnis, dass Kinder, die an Babyschwimmen teilgenommen haben, über eine bessere motorische Entwicklung verfügen (2).

 

Ein weiterer Aspekt des Babyschwimmens, der nicht zu vernachlässigen ist: Viele Kinder sind danach totmüde und schlafen problemlos ein. 

Ab wann Babyschwimmen

Die häufigste Frage, die ich zu dem Thema gestellt bekomme und die viele Eltern interessiert: Ab welchem Alter kann man eigentlich starten. Grundsätzlich gilt: Sobald euer Baby den Kopf schon selbstständig halten kann, ist es bereit! Das ist bei manchen Säuglingen im Alter von ab 8 Wochen der Fall.

Bei der Frage nach dem wann solltet ihr auch berücksichtigen zu welcher Uhrzeit bzw. wann im Tagesablauf eures Babys ihr zum Babyschwimmen geht. Am besten eignen sich Zeiten in denen euer Baby nicht hungrig und auch nicht allzu müde ist.

Baby beim Babyschwimmen in den Armen seiner Mutter

Welche Wassertemperatur beim Babyschwimmen

Die Kleinen haben es gern noch kuschlig warm! Für das Babyschwimmen wird eine Temperatur von 31° bis 33° empfohlen. Aus eigener Erfahrung weiß ich (leider), dass auch ältere Kinder, solch warme Temperaturen bevorzugen.

Wie lange Babyschwimmen

Gerade am Anfang reichen relativ kurze Einheiten von 20 bis 30 Minuten. Wenn ihr bei eurem Baby eines der folgenden Anzeichen entdeckt, solltet ihr das Wasse ebenfalls lieber verlassen:

  • euer Baby zittert
  • es hat blasse Fingernägel oder schon blau angelaufene Lippen
  • sucht stärker eure Nähe und fühlt sich auf einmal unwohl und fängt an zu quengeln
Baby beim Babyschwimmen mit Elternteil

Tauchen

Ein Thema, das immer wieder kontrovers diskutiert wird, ist das Tauchen von Babys. Babys haben den angeborenen Atemschutzreflex, der verhindert, dass sie Wasser schlucken und dafür sorgt, dass sie unter Wasser die Luft anhalten. Dieser Reflex wird ausgelöst, sobald Wasser das Gesicht berührt. Kinder verlieren diesen Reflex im ersten Jahr nach der Geburt, meistens um den 6. Monat herum. Von den Verfechtern des Tauchens wird kolpotiert, dass Babys später, wenn sie dann “richtig” Schwimmen lernen schneller verstehen, die Luft willentlich anzuhalten. Dagegen spricht, dass es einiges an Übung und Erfahrung bedarf, um zu erkennen, ob dieser Reflex noch vorliegt und sich im schlimmsten Fall euer Baby lebensgefährlich verschlucken kann..

DAHER: TAUCHT EUER BABY BITTE IMMER NUR UNTER AUFSICHT EINES ERFAHRENEN TRAINERS.

Gesundheitsrisiken

In einem Artikeln in der Zeitschrift Pädiatrische Allergologie klären zwei Kinderärzte über mögliche Risiken des Babyschwimmen auf. Sie betonen, dass Kinder mit einem erhöhten Asthma- oder Allergierisiko in der Familie erst nach einer ärztlichen Abklärung am Babyschwimmen teilnehmen sollten. Außerdem raten sie zum Babyschwimmen erst nach abgeschlossener Rotaviren-Impfung.


Bei fieberhaften Infekten, Augen- oder Ohrentzündungen, Durchfall, Erbrechen oder Übelkeit wie auch ansteckenden Hautkrankheiten sollte auf einen Schwimmbadbesuch verzichtet werden. Bei chronischen Erkrankungen im Zweifelsfall auch immer mit dem Arzt sprechen.

Bei einem leichten Schnupfen spricht allerdings nichts gegen einen entspannten Ausflug ins Schwimmbad oder ein warmes Bad.

 

Babyschwimmen was muss mit

Damit ihr nicht wie die Packesel bepackt ins Schwimmbad müsst, hier eine Liste, mit dem, was absolut notwendig ist für’s Babyschwimmen:

  • 2 Schwimmwindeln

  • 1 normale Windel

  • Feuchttücher

  • Badebekleidung für euch Eltern

  • 2 Handtücher

 

Wer’s gerne etwas umfangreicher mag, nimmt noch mit:

  • Snack

  • (Baby-)Shampoo & Duschgel

  • Wickelunterlage

  • Badeschuhe

  • Wasserfestes Spielzeug

 

Babyschwimmen und Corona

Zum Abschluß (leider) noch ein paar Gedanken zum Babyschwimmen unter Pandemiebedingungen: Während ich diesen Beitrag schreibe (November 2o2o) sind leider alle Schwimmbäder geschlossen und die Frage nach einem Babyschwimmkurs stellt sich gar nicht. Aber auch sobald die Schwimmbäder wieder geöffnet haben, gilt es auch bei Babyschwimmkursen die Hygieneregeln einzuhalten. Wem das – wie mir übrigens auch – zu unsicher ist, dem empfehle ich entweder alleine mit Kind Ins Schwimmbad zu gehen oder das Babyschwimmen einfach nach Hause zu verlagern. 

 

Alles was ihr dabei beachten müsst, findet ihr auf meinem Cheat-Sheet Babyschwimmen.

 

Quellen 

(1) Sigmundsson H, Hopkins B. Baby swimming: exploring the effects of early intervention on subsequent motor abilities. 2008. Child Care Health and Development 36(3):428-30

(2) Zelazo P.R., Weiss M.J., “Infant Swimming Behaviors: Cognitive Control and Influence of Experience.” Journal of Cognitive Development 7 (1); 2006: pp. 1-25

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