Kindern schwimmen beibringen: So lange dauert es

Als Elternteil stellst du dir früher oder später die Frage: Wie lange dauert es, bis mein Kind schwimmen kann? Vielleicht hast du es bereits im Schwimmkurs angemeldet. Vielleicht setzt du dich gerade zum ersten Mal mit dem Thema auseinander. Kindern das Schwimmen beibringen ist ein individueller Prozess. Deswegen gibt es keine pauschale Antwort darauf, wie lange es dauert. Jedes Kind ist anders und lernt in seinem eigenen Tempo. Deswegen gibt es keinen exakten Richtwert, wie lange ein Kind braucht, um Schwimmen zu lernen. Die DLRG schätzt, dass bei einem 8 Jahre alten Kind mindestens 30 Einheiten à 45 Minuten notwendig sind, bis es sicher schwimmen kann. Sicheres Schwimmen bedeutet dabei, dass dein Kind die Anforderungen für das Bronze-Abzeichen erfüllt..

In diesem Beitrag klären wir unter anderem welche wie wichtig Alter und Koordinationsfähigkeiten beim Schwimmenlernen sind und was du konkret tun kannst, um deinem Kind das Schwimmen schneller beizubringen.

Kindern schwimmen beibringen: Welche Rolle spielt das Alter?

Das Alter ist einer von vielen Faktoren, die bestimmen, wie schnell oder langsam dein Kind schwimmen lernt. Manche Kinder sind geschickter als andere, manche Kinder haben Angst vor dem Wasser und andere mögen einfach kein Wasser am Kopf. Die DLRG rät, die Schwimmausbildung mit 5 Jahren zu starten. Empfehlungen aus anderen Ländern (wie zum Beispiel England) starten bereits ab 3 oder 4 Jahren. Aber auch in den Jahren davor kannst du als Elternteil schon einiges tun, damit dein Kind später schnell schwimmen lernt: Stichwort Wassergewöhnung! Dazu gehört Babyschwimmen aber auch regelmäßiges Baden oder Duschen mit Wasser am Kopf und im Gesicht.

Mehr Informationen zu verschiedenen Altersstufen und wann Schwimmen lernen für Kinder Sinn macht findest du auch auf meinem Blog.

Welche Rolle spielt die Koordinationsfähigkeit beim Schwimmenlernen?

Den Beinschlag zur Armbewegung abstimmen, gleichzeitig die richtige Atmung nicht vergessen: Schwimmen erfordert Koordination. Schwimmer:innen müssen einerseits die Bewegung der einzelnen Körperteile aufeinander abstimmen. Andererseits müssen sie die richtige Bewegungsintensität abschätzen können (z.B. wenn sie vom Block ins Wasser springen).
Doch auch wenn dein Kind eher in die Kategorie “Hampelmann” fällt: Keine Sorge! Koordination lässt sich üben, verbessern und ausbauen.

Technisch sauber zu schwimmen, erfordert gute Koordination, die Kinder am besten im Alter von 7 bis 15 Jahren erlernen. Doch am Anfang jedes Schwimmunterrichts sollte nicht die Technik stehen, sondern Spiel, Spaß und Sicherheit im und am Wasser.

Wenn du deine eigene Koordination beim Schwimmen verbessern möchtest, dann schaue dir diesen Blogartikel an: 

Wer öfter schwimmt, schwimmt schneller

Übung macht den Meister. Das gilt auch beim Schwimmen! Je öfter dein Kind schwimmen geht, desto schneller wird es schwimmen können. Nutzt daher als Familie jede Gelegenheit, ins blaue Nass zu springen! Plant einen wöchentlichen gemeinsamen Schwimmbad-Besuch und entdeckt, wieviel Spaß Schwimmen machen kann! Außerdem: Macht keine Schwimmpause in den Wintermonaten! Mit einer mehrmonatigen Pause verlernt dein Kind wichtige Schwimmfähigkeiten und kommt aus der Übung. Dadurch verlängert sich die Zeit, die es braucht, um schwimmen zu lernen und sich wieder einzugrooven.

Welche Rolle spielt die Technik?

Wie oben bereits erwähnt, spielt Technik eine untergeordnete Rolle, wenn es darum geht, dass dein Kind schnell schwimmen lernt. Durch freies Schwimmen (losgelöst von einer bestimmten Schwimmart) lernt dein Kind am schnellsten. Denn die Definition von Schwimmen laut DRK ist: Das Schwimmen ist eine schwebende Fortbewegung im Wasser. Dabei passt sich der Schwimmer an die Gesetzmäßigkeiten des Elements Wasser an. Kindern Schwimmen beibringen hat also erstmal nichts mit Butterfly und 400-Meter-Tauchen zu tun.

Was kann ich tun, damit mein Kind schnell schwimmen lernt?

Um deinem Kind das Schwimmen schneller beizubringen, kannst du einiges tun:

  1. Setze dich selbst mit dem Thema auseinander. Verlasse dich nicht komplett auf die Schwimmschule und Schwimmlehrer:innen!
  2. Keine Pause im Winter! Dein Kind kommt aus der Übung und braucht letztendlich länger, um sicher schwimmen zu lernen.
  3. Schwimmkurs buchen oder deinem Kind selber das Schwimmen beibringen.
  4. Nach Ferienprogrammen erkundigen. So kann dein Kind intensiv über einige Wochen an seinen Schwimmkünsten feilen und lernt dadurch schneller schwimmen.
  5. Regelmäßig mit der Familie ins Schwimmbad gehen. Achte dabei auch auf genügend Spielzeit im Wasser! Das Ziel ist es, dass dein Kind sich im Wasser wohl fühlt, Ängste abbaut und den Spaß am Wasser entdeckt.
  6. Baue keinen Druck auf. Auch wenn du gerne möchtest, dass dein Kind schnell schwimmen lernt: Druck und Stress helfen weder dir noch deinem Kind.

Wassersicherheit als Teil des Schwimmenlernens

Zu guter Letzt: Schwimmen lernen geht Hand in Hand mit Wassersicherheit. Die Reise deines Kindes zum sicheren Schwimmer bzw. Schwimmerin kannst du dir wie folgt vorstellen:

  1. Wassergewöhnung
  2. Wasservertrautheit
  3. Wassergewandtheit
  4. Wassersicherheit

Zu Beginn geht es darum, die Eigenschaften des Wassers wie Nässe kennenzulernen. Dein Kind gewöhnt sich daran und baut erste Ängste ab. Dann geht es darum, die eigenen Bewegungen an das Wasser anzupassen (zum Beispiel durch Schweben). Dann lernt dein Kind seine Beine, Arme und Atmung zu koordinieren und kann sich im Wasser sicher und kompetent bewegen.

Zum Thema Wassersicherheit gehören auch Baderegeln und Verhaltensweisen in Notsituationen. Dieses Wissen ist nachher auch für verschiedene Schwimmabzeichen notwendig. Um wasserkompetent zu werden, empfehle ich dir mein eBook “Mit Sicherheit mehr Spaß am Wasser”.

Detaillierte Übungen und eine Anleitung, wie du deinem Kind Grundlagen des Schwimmens beibringst, zeige ich dir in einem kostenlosen Workshop. Melde dich hier dazu an:

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